OP

 

Narkosegase

02 | weitere Hinweise

Schutzmaßnahmen

Die Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik sind in der TRGS 525 „Gefahrstoffe in Einrichtungen der medizinischen Versorgung“ in Abschnitt 6 beschrieben. Dabei wird nach technischen Einrichtungen und Arbeitsverfahren unterschieden, für die jeweils konkrete Schutzmaßnahmen festgelegt wurden:

Leitungssysteme für N2O

  • Regelmäßige, mindestens jährliche Dichtigkeitsprüfung der Leitungssysteme und Entnahmedosen
  • Regelmäßige Dichtigkeitsprüfung bei mobilen N2O-Versorgungssystemen (z. B. in der Zahnmedizin) gemäß Herstellerangaben
  • Angemessene und nachvollziehbare Dokumentation der Funktions- und Dichtigkeitsprüfungen
  • Einsatz von fachkundigem Personal (siehe § 2 MPBetreibV) bei der Instandsetzung und Wartung der Anlagen

Narkosegeräte

  • Regelmäßige Prüfung der Narkosegeräte nach den Vorgaben des Medizinproduktgesetzes (MPG)
  • Dichtigkeitsprüfung des Niederdrucksystems nach jeder Gerätereinigung bzw. vor jeder Narkose nach dem Wechsel des Patientensystems
  • Einhaltung einer maximalen Leckagerate von 150 ml pro Minute bei einem Systeminnendruck von 3 kPa im Niederdrucksystem

Narkosegasabsaugungen

  • Die Abführung überschüssiger Narkosegase ist über eine Narkosegasabsaugung sicherzustellen.
  • Vor Beginn jeder Narkose ist die Funktionsfähigkeit der Narkosegasabsaugung zu kontrollieren.
  • Absaugschläuche sind regelmäßig durch Sichtkontrolle auf Beschädigungen zu überprüfen.
  • Narkosesystem und Absaugsystem sind so aufeinander abzustimmen, dass in allen Betriebszuständen überschüssige Narkosegase vollständig abgesaugt werden.
  • Narkosegase aus Nebenstrommessgeräten müssen ebenfalls erfasst werden.
  • Nach Beendigung des OP-Betriebes sind die Narkosegasabsaugeinrichtungen aus dem Wandanschluss zu nehmen.
  • Die ausreichende Wirksamkeit der Absauganlagen ist nach Angaben des Herstellers, mindestens aber jährlich, zu prüfen. Die Prüfung ist zu dokumentieren.

Bestimmte Narkoseverfahren und Operationstechniken

Bei manchen Narkoseverfahren (Maskennarkose) oder bestimmten Operationen (etwa an der Lunge) lässt sich das freie Abströmen von Narkosegasen nicht unterbinden. Daher listet TRGS 525 hierfür eine Reihe von Maßnahmen bzw. Alternativen auf, mit denen die Narkosegasbelastung reduziert werden kann. Beispielsweise werden genannt:

  • Medizinische Ersatzverfahren (z. B. Totalintravenöse Anästhesie, TIVA)
  • Lokale Absaugung am Entstehungsort, etwa durch Doppelmasken oder direkt am Tubus
  • Lokale Absaugung der nahen Umgebung, etwa durch Tischabsaugungen
  • Ausreichende Außenluft durch raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen)
  • Ausreichende Luftwechsel an den Arbeitsplätzen des OP- und Anästhesie-Personals

Die Abluft von lokalen Absaugungen darf grundsätzlich nicht in RLT-Anlagen mit Umluftanteil gelangen.

Raumlufttechnische Anlagen

  • In Räumen, in denen regelmäßig Tätigkeiten mit Narkosegasen durchgeführt werden, ist die Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte und sonstiger Schutzziele durch geeignete (lüftungs-)technische Maßnahmen zu gewährleisten. Eine solche Maßnahme kann eine RLT-Anlage nach DIN 1946 Teil 4 sein.
  • Die Wirksamkeit der RLT-Anlagen im Arbeitsbereich des Anästhesiepersonals muss unter den üblichen Arbeitsbedingungen und bei Änderung des Arbeitsverfahrens überprüft werden.

Spezielle Einsätze von Inhalationsanästhetika

Bei der Verabreichung von Inhalationsanästhetika zur Beruhigung oder Schmerzbekämpfung über Gesichts- oder Nasenmasken können Narkosegase in die Umgebung gelangen. Daher formuliert die TRGS 525 für diese Tätigkeiten zusätzliche Anforderungen:

  • Räume, in denen Sedierungen mit Inhalationsanästhetika vorgenommen werden, sind während dieses Vorgangs wie Eingriffsräume gemäß DIN 1946 Teil 4 (ausreichender Frischluftvolumenstrom) anzusehen.
  • Treten im Atembereich der Beschäftigten zu hohe Anästhesiegas-Konzentrationen auf, können diese durch lokale Absaugsysteme oder einen erhöhten lokalen Luftwechsel im Atembereich reduziert werden.