OP

 

Ergonomie

01 | Informationen

Ergonomie im OP

Die Ergonomie im Operationsbereich (OP) eines Krankenhauses umfasst viele Aspekte gesundheitsgerechter Arbeitsverhältnisse. Spezifische Aspekte der Ergonomie werden auch in den Artikeln „Rückengefährdende Tätigkeiten“, „Einschleusen/Ausschleusen“ und „Stolpergefahr/Anstoßgefahr“ „Beleuchtung“ und „Belüftung“ erörtert. Deshalb werden hier übergreifende Themen der Ergonomie im OP angesprochen.

Der Operationsbereich in Kliniken ist ein besonders sensibler Bereich. Bei einer Befragung sehen 97 Prozent der Chirurginnen und Chirurgen sowie OP-Pflegekräfte die Notwendigkeit, den OP ergonomisch zu optimieren (Martens et al. 2006). Einem optimalen Ablauf des Eingriffs inklusive Narkose und der Minimierung jeden Infektionsrisikos für die Patientin bzw. den Patienten sowie ökonomischen Aspekten werden andere Anforderungen z. B. aus dem Arbeitsschutz oft untergeordnet. Selbstverständlich müssen alle Maßnahmen zur Prävention von Arbeitsunfällen, Berufserkrankungen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren mit der Sicherheit der Patientinnen und Patienten abgestimmt sein. Dennoch möchten wir die Aufmerksamkeit auf einige Aspekte der Mitarbeitergesundheit lenken, die häufig vernachlässigt werden.

Gefährdungen für die Gesundheit der OP-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter entstehen unter anderem durch:

  • Ungünstige Arbeitshöhen (z. B. OP-Tisch)
  • Zwangshaltungen über längere Dauer
  • Unterschiedliche Größen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Verdrehung aufgrund ungünstiger Anordnung z. B. von Monitoren
  • Halten und Heben schwerer Körperteile
  • Tragen schwerer Gegenstände wie OP-Siebe, OP-Tisch-Zubehör
  • Ziehen und Schieben von Lafetten, Betten, Transportliegen
  • Räumliche Enge um den OP-Tisch
  • Sturz- und Stolpergefahr durch Hindernisse, z. B. frei liegende Leitungen
  • Erschwerte Anforderungen aufgrund der narkotisierten Patientinnen und Patienten (keine Mithilfe möglich)
  • Klimatische Bedingungen, z. B. Luftzug (kalt und trocken)
  • Röntgenschürzen (Gewicht)

Die Ergonomie im OP ist zwingend in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Nach der Analyse der Gefährdungen sind Maßnahmen festzulegen und durchzuführen, um die Gefährdungen abzustellen oder zu minimieren.