Weitere Gefährdungen

Infektionsgefährdung

Stichverletzungen

Trotz aller Umsicht kann es vorkommen, dass gebrauchte Kanülen, gelegentlich auch Skalpelle in Wäsche- oder Abfallsäcke geraten. Selten kommt es daher beim Verladen von Säcken zu Stichverletzungen im Transportdienst. Faktisch ist die Infektionsgefahr hier äußerst gering. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich in einem solchen Fall überhaupt um infektiöses Blut am verursachenden Gegenstand handelt, ist sehr klein, wobei allerdings die Rückermittlung auf einen bestimmten Patienten oft nicht möglich sein wird. Weiterhin  ist der mögliche Blutkontakt minimal, weil es sich nur um geringste Mengen getrockneten Blutes handelt. Betroffene Beschäftigte sollten sich aber auf jeden Fall für sofortige Desinfektionsmaßnahmen notfallmedizinisch versorgen und anschließend betriebsärztlich beraten lassen. Dafür ist es wichtig, die Umstände der Stichverletzung, insbesondere die Herkunft des verursachenden Gegenstandes, zu dokumentieren. Beschäftigte sind entsprechend zu unterweisen.

Kontaktinfektionen

Die Hygienevorgaben im Krankenhaus regeln, dass Wäsche und Abfälle aus kontaminierten Bereichen so zum Transport bereitgestellt werden, dass keine Infektionsgefahr davon ausgeht. In der Regel werden infektiöse Abfälle in flüssigkeitsdichte Säcke oder in fest verschlossene Tonnen verpackt und außerhalb von Risikobereichen zur Abholung bereitgestellt. Damit ist die Gefahr von Kontaktinfektionen für Beschäftigte im Transportdienst sehr gering und kann mit einfachen Hygienestandardmaßnahmen, hier vor allem Händedesinfektion, weiter minimiert werden. Bei Havarien von kontaminiertem Material (z.B. aufgeplatzte Säcke) sollten zusätzlich Einmalhandschuhe verwendet werden.  

Transport von Gefahrstoffen

Ein geringer Anteil der innerhalb eines Krankenhauses zu transportierenden Güter haben besondere Risiken, z.B. Zytostatika und ihre Abfälle oder radioaktive Materialien für diagnostische oder therapeutische Zwecke. Die Transportprozesse sind in solchen Fällen so zu gestalten, dass diese Risiken sehr gut abgedeckt sind, z.B. durch Transportbehälter, die gekennzeichnet sind und ausreichend robust sind, so dass sie auch bei zu erwartenden Transportbelastungen geschlossen bleiben. Es muss darauf geachtet werden, dass die Vorgaben für den innerbetrieblichen Transport von Gefahrstoffen den nötigen Sicherheitsanforderungen entsprechen und das Transportpersonal unterwiesen ist.

Teilnahme am Straßenverkehr

Viele Kliniken verfügen über mehrere Standorte, die manchmal in engem Verbund bewirtschaftet werden, so dass Materialtransporte auch zwischen den Standorten erfolgen. Weil solche Verbundlösungen allgemein häufiger werden, nehmen die Warenströme, die mit hauseigenen Transportlösungen abgewickelt werden, zum Teil größere Umfänge an.

Dabei muss beachtet werden, dass die Fahrzeuge von Bauform und Größe geeignet für die durchzuführenden Transporte geeignet sind. Die Packstücke müssen im Fahrzeug ausreichend gesichert werden können, am besten durch eine Abtrennung des Laderaumes vom Fahrerbereich und geeignete Zurrmöglichkeiten. Mit einem üblichen PKW können nur sehr geringe Ladevolumina sicher bewegt werden, und auch Kleintransporter haben den Nachteil, dass in der Regel manuell ein- und ausgeladen werden muss, was auf Dauer eine erhebliche physische Belastung für das Transportpersonal darstellt. Größere Transportumfänge sollten mit Fahrzeugen abgewickelt werden, die mit Gitterwagen, Paletten o.ä. beladen werden können. Dafür sind Ladebordwände bzw. geeignete Laderampen erforderlich.

Die vorgesehenen Beschäftigten müssen für das Führen der Fahrzeuge geeignet und qualifiziert sein, insbesondere über die passende Fahrerlaubnis verfügen. Diese sollte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.  

Psychische Belastung

Da viele Transportprozesse im Krankenhaus zeitkritisch und unaufschiebbar sind, kann es zu kritischem Zeit- und Arbeitsdruck kommen. Um das zu vermeiden, muss auf eine ausreichende Personalstärke geachtet und die Transportorganisation zwischen unterschiedlichen Zuständigkeiten und Verantwortungsbereichen wirksam abgestimmt werden. 

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