Stand: 09/2014

OP OP-Reinigung

Die Anforderungen an die Hygiene bei Operationen und anderen invasiven Eingriffen sind in der „OP-Richtlinie“ des Robert-Koch-Instituts beschrieben. Zahlreiche der dort getroffenen Regelungen sind auch für den Arbeitsschutz von Bedeutung. So beschreibt die Richtlinie für Operationsbereiche die erforderlichen Räume und Flächen, etwa für die Aufbereitung unreiner, benutzter Güter, die Übergabe unreiner Güter oder für die Lagerung von Putzmitteln.

Für alle Personen – also auch das Reinigungspersonal – ist geregelt, dass vor Betreten der Operationsabteilung keimarme Bereichskleidung anzulegen ist und dass an Händen und Unterarmen kein Schmuck einschließlich Uhren und Ringen getragen werden darf.

Für alle Personen gilt ferner, dass vor Verlassen der Personalumkleide eine hygienische Händedesinfektion durchzuführen und ein Mund-/Nasenschutz anzulegen ist. Schuhe müssen bei zu erwartender Durchfeuchtung flüssigkeitsdicht sein.

Besonders wichtig ist es, auch das Reinigungspersonal vor Verletzungen durch benutzte Instrumente, etwa Skalpelle, wirksam zu schützen. Die „OP-Richtlinie“ führt dazu aus:

„Nach Ende der Operation werden Instrumente, andere wiederzuverwendende Materialien und gebrauchte Einmalartikel im Operationsraum ohne manuelle Vorreinigung in geeignete getrennte Behältnisse abgelegt. Diese werden verschlossen zur Geräteaufbereitung bzw. zum Übergaberaum für unreine Güter verbracht. Hierbei wird insbesondere auf eine gefahrlose Entsorgung spitzer Gegenstände geachtet.“

Die Verletzungsgefahr ist dann gebannt, wenn alle spitzen und scharfen Instrumente in geeigneten durchstichfesten Behältern abgelegt wurden, bevor das Reinigungspersonal mit der Zwischen- oder OP-Endreinigung beginnt. Weitere Hinweise zur Vermeidung von Schnitt- und Stichverletzungen im OP enthält die Broschüre „Stich- und schnittfreie Zone für das OP-Personal“ der Unfallkasse Berlin.

Über die Vorgaben der OP-Richtlinie hinaus muss im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt werden, welche Schutzkleidung bei der OP-Reinigung ggf. zusätzlich erforderlich ist. Eine gute Übersicht dazu bieten das Konsensuspapier „Kleidung und Schutzausrüstung für Pflegeberufe aus hygienischer Sicht“ der Sektion „Hygiene in der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege/Rehabilitation“ der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) sowie die Broschüre „Richtig gekleidet - Gut geschützt im OP“ der Unfallkasse Berlin.

Für Hygiene und Arbeitsschutz von entscheidender Bedeutung ist die Einhaltung der Vorgaben des Hygieneplans, etwa hinsichtlich der eingesetzten Desinfektionsmittel, der Dosierung und der Einwirkzeit sowie der zu reinigenden Flächen, Gegenstände und Arbeitsmittel. Über die Inhalte des Hygieneplans muss das Reinigungspersonal regelmäßig mündlich unterwiesen werden, die Einhaltung der Regelungen ist von den verantwortlichen Führungskräften zu überwachen.

Bei der Auswahl der Desinfektionsmittel und Reinigungsverfahren sind neben den Anforderungen der Hygiene auch Arbeitsschutzaspekte zu beachten. So sollte wenn möglich auf aldehydhaltige Desinfektionsmittel verzichtet und Reinigungsverfahren sollten gewählt werden, die das Verspritzen der Desinfektionslösung oder Aerosolbildung vermeiden.

Bei der OP-Reinigung gelten über OP-spezifische Gefährdungen hinaus hinsichtlich des Arbeitsschutzes die gleichen Anforderungen wie bei der Flächendesinfektion allgemein. Dabei sind insbesondere die folgenden Arbeitsschritte und Aspekte zu beachten: