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Stand: 06/2016

BÜT Heliport am Krankenhaus

Einführung

Gemäß § 6 Abs. 1 des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG) in Verbindung mit §§ 49 ff der Luftverkehrs-Zulassungsordnung (LuftVZO) darf ein Flugplatz bzw. ein „Landeplatz für besondere Zwecke/ Sonderlandeplatz“ in Deutschland nur mit einer besonderen luftverkehrsrechtlichen Genehmigung angelegt und betrieben werden.

Die Frage, ab wann konkret eine Genehmigungspflicht gegeben ist, hängt von den besonderen Umständen des Einzelfalls ab. Im Allgemeinen ist die Zahl der Flugbewegungen (Start + Landung = 2 Flugbewegungen) aber ein hilfreiches Indiz.

Im Rahmen der Genehmigung und dem Betrieb müssen verschiedene nationale als auch internationale bzw. europäische Bestimmungen beachtet werden. So insbesondere die bereits genannten Vorschriften des Luftverkehrsgesetzes und der Luftverkehrs-Zulassungsordnung sowie -bei Hubschraubern- auch die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Genehmigung der Anlage und des Betriebs von Hubschrauberflugplätzen vom 19.12.2005“ (AVV) und/ oder die Verordnung (EU) 965/2012 zur Festlegung technischer Vorschriften und von Verwaltungsverfahren in Bezug auf den Flugbetrieb gemäß der Verordnung (EG) Nr. 216/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates.

Landestellen für Rettungshubschrauber, die in aller Regel als Sonderlandeplätze einzustufen sind und bei denen Landeplätze am Boden von erhöhten Landeplätzen (letztgenannte befinden sich mindestens 3 m über der umgebenden Oberfläche) unterschieden werden müssen, stellen für Krankenhausbetreiber eine besondere Herausforderung in Bezug auf die Sicherheitsbedingungen dar.

Landefläche

Bei der Einrichtung der Landefläche sind die vorgeschriebenen Flächenmaße in Bezug auf die Größe der Luftfahrzeuge zu beachten, die sich aus der „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Genehmigung der Anlage und des Betriebs von Hubschrauberflugplätzen vom 19.12.2005“ ergeben.

So sind insbesondere eine Aufsetz- und Abhebefläche (TLOF, touchdown and lift-off area: eine tragfähige Fläche, auf der ein Hubschrauber aufsetzen und von der er abheben kann) sowie eine Endanflug- und Startfläche (FATO, Final Approach and Take-off Area: eine festgelegte Fläche, über der das Endanflugverfahren zum Schweben oder Landen beendet wird und von der das Startverfahren begonnen wird) entsprechend einzuplanen, und ist darauf zu achten, dass die FATO zusätzlich von einer Sicherheitsfläche mit einer Mindestbreite von 3 m umgeben sein muss.

Die Flugbetriebsflächen (FATO/ TLOF) müssen in besonderer Art und Weise markiert und darüber hinaus auch eine Flugplatz „Erkennungsmarkierung“ (Lande-H) aufgebracht werden.

Für den Fall, dass Flugbetrieb auch des Nachts zugelassen werden und stattfinden soll, sind darüber hinaus besondere Beleuchtungen/ Befeuerungseirichtungen vorzusehen und bauliche Hindernisse in der Umgebung des Landeplatzes darüber hinaus auch mit Hindernisbefeuerung zu versehen.

Auch sind, je nach Art (Boden-/Dachlandeplatz) und Größe des Landeplatzes, besondere Auflagen hinsichtlich des Rettungs- und Feuerlöschwesens sowie der personellen Besetzung der Landeflächen bei Flugbetrieb mittels Flugbeobachter zu beachten bzw. zu erfüllen.


Abbildung 1: Schematische Darstellung Dachlandefläche