K Heben und Tragen, Transport

In Küchen und zugehörigen Lager- und Nebenräumen von Kliniken wird vor, während und nach dem Kochprozess eine Vielzahl von Materialien und Geräten verwendet, die von den Mitarbeitern gehoben, getragen oder mit Wagen transportiert werden müssen. Hierbei handelt es sich u. a. um:

  • Gebinde mit Grundstoffen und Zutaten zur Speisenbereitung
  • Anbauteile von Maschinen und Produktionsbehältnissen
  • Bestückung des Essensverteilerbandes
  • Portionierung der fertigen Speisen
  • Schieben von Essenswagen
  • Ein- und Ausräumen der Spülmaschine einschl. Topfspüler
  • Umgang mit Reinigung- und Desinfektionsmittelkonzentraten

Art, Umfang und Gewicht der Gegenstände und Waren, mit denen das Küchenpersonal umgeht, sind sehr verschieden. Diese Dinge werden manuell oder mit mechanischen Hilfsmitteln bewegt. Ebenfalls verschieden sind die individuellen körperlichen Voraussetzungen der Beschäftigten.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss der Arbeitgeber auch dafür sorgen, dass Rückenbelastungen so gering wie möglich gehalten werden. Dies gilt insbesondere für das manuelle Heben, Tragen und Schieben von Lasten.

Bei der manuellen Portionierung von Speisen am Speisenverteilband sind durch die Gestaltung der Arbeitsumgebung die Belastungen für die jeweiligen Mitarbeiter zu minimieren.

Damit beim Bewegen von Lasten Gesundheitsgefahren minimiert werden können, ist in erster Linie darauf zu achten, dass nicht mehr als 10 kg getragen werden.

Bei dauerhaften, wiederkehrenden Tragevorgängen mit Gebinden oder Geräten, die mehr als 10 kg wiegen, ist der Einsatz von geeigneten Hilfsmitteln unverzichtbar.

So kann der Transport von Konserven, Kartoffel- oder Reissäcken und Getränkekisten, aber auch Reinigungs- und Desinfektionsmittelkanister mit Rollwagen oder Mitgängerfahrzeugen erfolgen.

Tabletts, Teller sowie Besteck und Speisekomponenten, die am Speiseverteilband benötigt werden, sollten ebenfalls in entsprechenden Rollwagen transportiert werden. Durch Federelemente wird ermöglicht, dass sich im Zuge der Verteilung am Band Tabletts und Teller immer aus derselben ergonomischen Arbeitshöhe aus dem Wagen entnehmen lassen.

Die fertig portionierten Speisen werden in Wärmewagen aus der Küche auf die Stationen der Klinik gebracht. Auch das Schieben von teils sehr schweren Essenswagen stellt eine körperliche Belastung dar, die beseitigt oder soweit möglich, minimiert werden muss. Hier lässt sich durch die Verwendung von auf die Art der Bodenbeläge abgestimmte Rollen mit einem Durchmesser von mindestens 180 mm der Widerstand beim Schieben minimieren. Die Rollen der Essenswagen müssen regelmäßig gewartet werden.

Bei der manuellen Speisenverteilung am Band und beim Ein- und Ausladen der Spülmaschine kommt es durch langes Stehen i. V. m. Körperdrehungen zu Belastungen. Geeignete Schuhe mit gedämpfter Sohle entlasten hierbei den Rücken.

Am Verteilband mit seiner durchgehenden Arbeitshöhe sind bei unterschiedlichen Körpergrößen durch Tritte individuelle, ergonomische Arbeitsplatzhöhen zu ermöglichen. Durch Standortwechsel am Speisenverteilband lassen sich einseitige Belastungen minimieren. Beim Portionieren der Speisen mit langstieligen Löffeln oder Kellen ist eine hygienische Händedesinfektion vor Beginn der Verteilarbeit ausreichend. Das Tragen von medizinischen Einmalschutzhandschuhen bei dieser Tätigkeit ist aus hygienischer Sicht überflüssig und führt zu einer unnötigen Hautbelastung, die auch Hautschäden verursachen kann.

Behälter mit mehr als 10 Litern Inhalt, wie z. B. Reinigungs- oder Desinfektionsmittelkonzentrate, sollen ebenfalls mit Transporthilfen bewegt werden. Beim Wechsel der Gebinde sind gegebenenfalls die Regelungen für den Umgang mit Gefahrstoffen zu beachten. Nach erfolgter Unterweisung muss die geeignete persönliche Schutzausrüstung gemäß ausgehängter Betriebsanweisung getragen werden.