Stand: 02/2018

NA Schwerverletzte

Bei schweren Verkehrsunfällen, Stürzen aus großer Höhe oder anderen Unfällen erleiden Patientinnen und Patienten mitunter schwere Verletzungen, die mehrere Körperregionen oder Organe betreffen. Dieses als „Polytrauma“ bezeichnete Krankheitsbild ist immer ein Notfall und lebensbedrohlich.

Die Versorgung in der Notaufnahme findet, sofern vorhanden, im Schockraum statt. Bei einem Polytrauma sind sofortige unterschiedliche Untersuchungen nötig, um das Ausmaß der Verletzungen festzustellen. Bei Patientinnen und Patienten mit einem Polytrauma müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders auf das Infektionsrisiko und auf mögliche ansteckende Krankheiten achten. Daher ist eine gewissenhafte Anwendung der persönlichen Schutzausrüstung unabdingbar.

Die Patientinnen und Patienten können aufgrund der Schwere der Verletzungen keine Mithilfe leisten. Daher ist bei Transfer und Lagerung auf Hilfsmittel, wie z. B. das Rollbrett, zurückzugreifen.

Die Versorgung eines Polytraumas wird durch ein Team aus unterschiedlichen Fachdisziplinen betreut. Das klinikspezifische, strukturierte Vorgehen bei einem Polytrauma ist für eine optimale Patientenversorgung obligat. Zudem ist die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen an unterschiedlichen Schnittstellen für eine professionelle Versorgung der Patientin bzw. des Patienten zwingend erforderlich und sollte durch Simulationen und Schulungen trainiert bzw. gelernt werden.

Die Versorgung von Polytraumen kann zu psychischen Belastungen bei den Mitarbeitenden führen. Die BGW bietet Hilfestellungen und Beratungen nach Extremerlebnissen an. Hier finden Sie weitere Informationen:

Literaturverzeichnis

  • Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (2016). S3 – Leitlinie Polytrauma/ Schwerverletzten-Behandlung, AWMF Register-Nr. 012/019.
  • Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (2012). Weißbuch Schwerverletztenversorgung DGU. Stuttgart: Thieme-Verlag.
  • Ellinger K. & Genzwürker H. (2011). Kursbuch Notfallmedizin: orientiert am bundeseinheitlichen Curriculum Zusatzbezeichnung Notfallmedizin. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.