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Die ressourcenorientierte Arbeitsweise
Stand: 03/2022

BM Die ressourcenorientierte Arbeitsweise

Mit dem Begriff Ressourcen sind in diesem Zusammenhang die Fähigkeiten der zu betreuenden Person gemeint. Diese sollten eingesetzt werden, um das tägliche Leben oder auch eine Pflegesituation zu bewältigen (z. B. selbstständiges Essen). Dazu sind vorhandene Kompetenzen einzubeziehen und wo möglich zu fördern und somit Gesundheitsentwicklung zu gestalten.

Eine möglichst weitreichende Selbstständigkeit führt auf Seite der zu pflegenden und zu betreuenden Menschen zu größerem Wohlbefinden und zu einer verbesserten Lebensqualität durch Selbstbestimmung. Gleichzeitig verringert sich die Belastung der Beschäftigten.

Die Ressourcen sind von verschiedenen Aspekten abhängig; u. a. sind dies: 

  • die Kooperationsbereitschaft/Compliance/Motivation des Menschen, 
  • der Mobilitätsgrad/das Funktionsbild 
  • das Krankheitsbild, 
  • die Kommunikationsfähigkeit – die kognitiven Fähigkeiten des Menschen, 
  • das Körpergewicht, der Körperumfang und die Körpergröße des Menschen,
  • Schmerzen, 
  • Angst, 
  • Alter, 
  • Erfahrung.

Grundprinzipien der ressourcenorientierten Arbeitsweise beim Bewegen von Menschen:

 

Allgemein: 

  • es sollte immer eine individuelle Ressourcenanalyse erfolgen bevor Bewegungsaktivitäten erfolgen, 
  • die Bewegungsunterstützung/-begleitung sollte behutsam und angepasst an den Menschen erfolgen, 
  • klare Impuls-induzierte Berührung an z. B. Brustkorb, Becken oder Extremitäten, 
  • die Beschäftigten sollten den eigenen Bewegungsspielraum freihalten.

Menschen, die noch mithelfen können: 

  • die Bewegungen mit den Menschen und nicht für den Menschen gestalten, d.h. die Ressourcen nutzen, 
  • kleinere Schritte ermöglichen den Menschen Eigenaktivität und entlasten die Beschäftigte.

Bei allen Menschen:

  • Gewicht fortbewegen statt zu heben, 
  • Orientierung an den physiologischen Bewegungsmustern, 
  • Gewichtsverlagerung des Menschen 
  • Körperteile einzeln und nacheinander bewegen, 
  • Gewicht von einem Körperteil auf ein anderes Körperteil verlagern, 
  • dreidimensionale Bewegungsmuster erfordern weniger Anstrengung als zweidimensionale Bewegungsmuster, 
  • ein angepasstes Tempo wählen, welches die Orientierung und Eigenaktivität des Menschen ermöglicht.

Der hier verwendete Text wurde aus der DGUV Information 207-010 „Bewegen von Menschen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege – Prävention von Muskel- und Skelett-Erkrankungen“ entnommen.

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