Offener Empfang🔈
Stand: 05/2024

P Offener Empfang🔈

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Zunehmend werden die Stationszimmer auf den Stationen in einer offenen Bauweise ausgefĂŒhrt, um so eine bessere NĂ€he zu Patienten, Angehörigen und Besuchern zu erhalten.

Bei der Gestaltung sind verschiedene Fragestellungen zu beachten und zu klÀren.

Besondere klimatische Bedingungen sind genauso zu berĂŒcksichtigen wie ungĂŒnstige Umgebungs-faktoren (wie etwa unzureichende Beleuchtung oder LĂ€rm). Aber auch psychische und physische Belastungen durch Patienten- und Angehörigenkontakte sowie langes Stehen oder Sitzen.

So mĂŒssen etwa Lufttemperatur, Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit den empfohlenen Werten gemĂ€ĂŸ den ArbeitsstĂ€ttenregeln  (ASR A3.5 „Raumtemperatur“ und ASR A3.6 „LĂŒftung“) entsprechen.

BeschĂ€ftigte empfinden den Aufenthalt in RĂ€umen umso unbehaglicher, je kĂ€lter die umgebenden WĂ€nde, FensterflĂ€chen, Decken oder Fußböden sind, da ihrem Körper WĂ€rme entzogen wird. Der Effekt tritt vor allem im Winter auf.

Zugluft, insbesondere im Bodenbereich, kann zusĂ€tzlich zu kalten FĂŒĂŸen fĂŒhren.

Die Ursachen fĂŒr Zugluft können vielfĂ€ltig sein. Zum Beispiel strömt Kaltluft durch Fenster oder LĂŒftungs- und Klimaanlagen in den Raum, fĂ€llt nach unten und verursacht vor allem im Fußbereich Zugerscheinungen. Auch unsachgemĂ€ĂŸ eingestellte ZuluftdurchlĂ€sse (z. B. Volumenstrom höher als geplant) an LĂŒftungs- und Klimaanlagen verursachen vor allem im Schulter- und Nackenbereich Zugerscheinungen.

Unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes und der Einsehbarkeit der ArbeitsplĂ€tze muss darauf geachtet werden, dass Beratungs- /Arbeitsplatzbereiche so eingerichtet werden, dass die Diskretion bei Anfragen von Besuchern oder Patienten gewĂ€hrleistet wird; Gleichwohl mĂŒssen bei der Gestaltung der ArbeitsplĂ€tze auch die ergonomischen Anforderungen erfĂŒllt werden (DGUV Information 215-410 - Bildschirm- und  BĂŒroarbeitsplĂ€tze). Konzentration und Wohlbefinden der BeschĂ€ftigten werden maßgeblich durch kĂŒnstliche Beleuchtung bzw. Tageslichteinfall beeinflusst. Nur bei ausreichender und der Sehaufgabe angepasster Beleuchtung ist ein beschwerdefreies Arbeiten an BĂŒroarbeitsplĂ€tzen, insbesondere auch an Bildschirmen, gewĂ€hrleistet.

ArbeitsflÀchen, Arbeitstische und Bildschirme sind so zu wÀhlen und aufzustellen, dass keine störenden Reflexionen und Blendungen auftreten.

Die ArbeitsplĂ€tze im offenen Empfang/Stationszimmer sind so einzurichten, dass BĂŒrotĂ€tigkeiten im Sitzen ausgefĂŒhrt werden können. Sollte die Aufgabe lĂ€ngeres Arbeiten im Stehen erfordern, sollten den BeschĂ€ftigten auch geeignete Stehhilfen zur VerfĂŒgung stehen.

Neben den eigentlichen ArbeitsplĂ€tzen mĂŒssen auch ausreichend FlĂ€chen und Abstellmöglichkeiten vorhanden sein, um etwa Post, Medikamente und erforderliche Arbeitsmittel ohne EinschrĂ€nkung der BewegungsflĂ€che und Verkehrswege zwischenlagern zu können. Auch die Aufstellung von benötigten BĂŒromaschinen wie z.B. Drucker und Kopierer sollte schon bei der Planung berĂŒcksichtigt werden.

Ausreichend Platz sowie eine angenehme StationsatmosphĂ€re können dazu beitragen, Spannungen und Aggressionen zu reduzieren. Die Gestaltungsmöglichkeiten reichen von Farben, Beleuchtung bis hin zu Elementen der Inneneinrichtung (weiterfĂŒhrende Informationen: Neufert, Ernst: Bauentwurfslehre, 41. Auflage, Wiesbaden, Springer Vieweg Verlag, 2016).

Auch Sicherheitsaspekte können – je nach Lage der Einrichtung und Patientenklientel– mehr oder weniger relevant sein. So sollte der gesamte Bereich des offenen Empfangs gut ĂŒberschaubar und die benachbarten Verkehrswege ausreichend einsehbar sein. Weiterhin sollten fĂŒr die BeschĂ€ftigen geschĂŒtzte Bereiche als RĂŒckzugsmöglichkeiten vorgesehen werden. Erforderlichenfalls muss schon bei der Auswahl des Mobiliars und der EinrichtungsgegenstĂ€nde berĂŒcksichtigt werden, dass diese nach Möglichkeit nicht als Waffe benutzt werden können.

Die QualitĂ€t der Raumakustik wird maßgeblich durch den LĂ€rmpegel und die Nachhallzeit in einem Raum bestimmt. Durch Schallreflektionen kann die Raumakustik sehr negativ beeinflusst werden. Dem kann man etwa durch schallabsorbierende OberflĂ€chen an Decken und WĂ€nden entgegenwirken, was schon bei der Planung berĂŒcksichtigt werden soll. Der nachtrĂ€gliche Einbau ist in der Regel teurer und weniger wirksam.

Die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen fĂŒr den offenen Empfangsbereich mĂŒssen mit den regional zustĂ€ndigen Brandschutzbehörden abgestimmt werden.


Flurdokumentationsplatz

Bei der Gestaltung von DokumentationsplĂ€tzen und Eingabestationen in Flurbereichen ist darauf zu achten, dass die Eingabeterminals an der Wand höhenverstellbar montiert sind, um der unterschiedlichen GrĂ¶ĂŸe der BeschĂ€ftigten gerecht zu werden und ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen.

Der Dokumentationsplatz ist so zu gestalten, dass seine Bestandteile nicht mehr als zwingend erforderlich in den Verkehrsweg hineinragen. Idealerweise werden die DokumentationsarbeitsplÀtze in Nischen untergebracht, um Kollisionen zu vermeiden.

Weitere Informationsquellen:

Informationsschriften des LĂ€nderausschusses fĂŒr Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI)

WeiterfĂŒhrende Informationen:

Neufert, Ernst: Bauentwurfslehre, 41. Auflage, Wiesbaden, Springer Vieweg Verlag, 2016.

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