Stand: 11/2018

P Psychische Belastungen

Psychische Belastungen und Fehlbeanspruchungen des Pflegepersonals können entstehen durch:

  • Nacht- und Schichtdienst, Überstunden, Dienst an Wochenenden und Feiertagen
  • Mängel in der Arbeitsorganisation und/oder der Zusammenarbeit
  • Emotionale Belastungen durch die Kommunikation mit Patienten und Angehörigen
  • Zeitmangel bei gleichzeitigem hohen Qualitätsanspruch an die Tätigkeit
  • Hohe Verantwortung, Führungsprobleme und mangelnde Sicherheits- und Personalausstattung
  • Häufige Nothilfesituationen, in denen ein vorschriftsmäßiges Arbeiten nicht möglich ist und auch der Patient nicht zu Risiken befragt werden kann
  • Häufige Umstrukturierungen im Gesundheitsdienst, Sorge um Arbeitsplatz
  • Psychisch belastende Ereignisse (z. B. aggressives Verhalten, Konfrontation mit menschlichem Leid)

Durch eine Gefährdungsbeurteilung ist zu ermitteln, ob psychische Belastungen auftreten. Hinweise können Fehlzeiten, hohe Personal-Fluktuation, gesundheitliche Einschränkungen sowie die Aussagen von Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Personalvertretung sein.

Geeignete Instrumente zur Gefährdungsbeurteilung sind etwa:

Maßnahmen können an verschiedenen Ebenen ansetzen z. B.:

  • Optimierung der Arbeitslogistik, z. B. Zusammenarbeit der Fachabteilungen und Berufsgruppen, Schnittstellen
  • Systematische Personalentwicklung zur Stärkung der persönlichen Ressourcen, z. B. „BGW gesu.per
  • Coaching, z. B. Balint-Gruppen, kollegiales Coaching
  • Sport- und Entspannungsangebote
  • Transparenz von Führungsentscheidungen
  • Führungskräfteschulungen