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Stand: 01/2021

P Entsorgung von Abfällen

Im Patientenzimmer fallen in der Regel überwiegend haushaltähnliche Abfälle in kleinen Mengen an, die von den Patienten selbst oder von Besuchern stammen. Eine Abfalltrennung wird aufgrund der geringen Mengen häufig nicht vorgenommen, die Entsorgung erfolgt typischerweise über einen Abfalleimer mit Deckel und eingelegtem Müllbeutel. Sofern Wertstoffe wie Papier (Zeitungen, Zeitschriften) oder Glas (Getränkeflasche) in größeren Mengen anfallen, können diese über die entsprechenden Sammelbehälter der Station entsorgt werden.

Diese Entsorgungsart ist grundsätzlich auch für die Entsorgung von anderen Abfällen geeignet, an deren Sammlung und Entsorgung aus infektionspräventiver Sicht keine besonderen Anforderungen gestellt werden (z. B. Pflaster, Tupfer).

Fallen im Patientenzimmer im Rahmen der Behandlung Abfälle an, von denen eine Gefahr ausgeht (z. B. infektiöse Abfälle, spitze oder scharfe Gegenstände), sind diese gesondert zu entsorgen. Spitze und scharfe Gegenstände werden in der Regel über vom Personal mitgeführte Entsorgungssysteme (z. B. Spritzentabletts mit durchstichfesten Abwurfbehältern) entsorgt.

Durch unsachgemäße Entsorgung von benutzten Spritzen und Kanülen kommt es in Patientenzimmern immer wieder zu Unfällen (Nadelstichverletzungen). Daher ist es wichtig, dass Spritzen, Kanülen und vergleichbare spitze oder scharfe Gegenstände nach der Benutzung nicht achtlos auf dem Bett, dem Nachtschränkchen oder Essenstabletts abgelegt werden. Letzteres birgt auch die Gefahr, dass die Spritzen und Kanülen in andere Arbeitsbereiche wie Küche oder Spülküche gelangen und dort zu Nadelstichverletzungen führen. Auch bei Reinigungskräften kommt es immer wieder zu Nadelstichverletzungen durch Spritzen und Kanülen, die ungeschützt in Müllbeuteln oder Müllsäcken entsorgt wurden.

Die TRBA 250 fordert unter Ziffer 4.2.5 (6), dass gebrauchte spitze und scharfe medizinische Instrumente - einschließlich derer mit Sicherheitsmechanismus - unmittelbar nach Gebrauch durch den Anwender in geeigneten Abfallbehältnissen (Kanülenabwurfbehälter) zu sammeln sind. Nur so können Nadelstichverletzungen und damit einhergehende Infektionsrisiken vermieden werden.

Besonderheiten im Isolierzimmer

Bei der Versorgung infektiöser Patienten sind besondere Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen erforderlich. Einige Kliniken halten für diese Fälle eine spezielle Isolierstation oder Isolierzimmer mit Vorraum vor. Zum Teil werden aber auch normale Patientenzimmer durch  organisatorische aßnahmen sowie zusätzliche Ausstattungen für die Versorgung infektiöser Patienten aufgerüstet.

Sofern bei einer erhöhten Infektionsgefahr eine räumliche Isolierung des Patienten auf einer Normalstation oder auf einer gesonderten Isolierstation erfolgt, gelten im Isolierzimmer besondere Anforderungen an die Abfallsammlung und Entsorgung. Besondere Bedeutung kommt dabei Abfällen zu, die dem Abfallschlüssel AS 18 01 03* zuzuordnen sind.

Alle Abfälle, die bei der Diagnose, Behandlung und Pflege von Patientinnen und Patienten mit infektionsrelevanten Mengen erregerhaltigen Blutes/Serum, Exkret oder Sekret kontaminiert werden, müssen unmittelbar am Ort ihres Anfallens in bauartgeprüften, reißfesten, feuchtigkeitsbeständigen und dichten Behältnissen gesammelt werden. Krankenhäuser verwenden i. d. R. bauartgeprüfte Kunststoffbehälter mit Deckeldichtung und einem Volumen von 30, 50 oder 60 Litern.

Für die Sammlung von Abfällen bei Patientinnen und Patienten mit MRSA-Besiedelung kann die Doppelsackmethode angewandt werden. Hierbei werden die Abfälle in zwei übereinandergezogenen Abfallsäcken als Restabfall entsorgt. Die Abfallsammlung erfolgt im Patientenzimmer mit einem Abfallsammler, der über eine leicht bedienbare Tretfunktion geöffnet werden kann, damit der Abfallsack nicht von außen kontaminiert wird. Abfallsammler, die nur für die Dauer einer Isolierungsmaßnahme genutzt werden, sind anschließend durch eine gründliche Wischdesinfektion hygienisch aufzubereiten.