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Stand: 05/2014

P Injektion

Injektionen dienen in der Regel der Verabreichung von Medikamenten. Dabei werden mittels einer Hohlnadel und einer Spritze die Medikamente gezielt in bestimmte Gewebe, Hohlräume, Gefäße oder Organe injiziert. Die häufigsten Injektionsarten sind:

  • Die subkutane Injektion (s. c.)
  • Die intramuskuläre Injektion (i. m.)
  • Die intravenöse Injektion (i. v.)

Injektionen gehören zu den Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung. Bei einer Injektion besteht – wie bei der Blutentnahme – die Gefahr, sich über die verwendete Hohlnadel durch die Übertragung von Körperflüssigkeiten mit Krankheitserregern zu infizieren. Das Risiko steigt mit der Größe (dem Lumen) der verwendeten Hohlnadel, da mit zunehmender Größe der Kanüle im Falle einer Stichverletzung auch die Menge der potenziell übertragenen Körperflüssigkeiten steigen kann.

Des Weiteren steigt das Infektionsrisiko, wenn bei der Injektion – gewollt oder ungewollt – ein Gefäß perforiert wird und die Hohlnadel direkt mit Blut in Berührung kommt.

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Für medizinisches Personal besteht bei Injektionen und Verletzung an der benutzten Kanüle insbesondere die Gefahr, sich mit

zu infizieren.

Darüber hinaus ist die Übertragung von Erregern der Tuberkulose (TBC), Syphilis und anderen blutübertragenen Infektionen durch Kanülenstichverletzungen dokumentiert.

Nicht jede Stichverletzung mit einem Instrument, das an einem infizierten Patienten eingesetzt wurde führt zu einer Infektion. Folgende Faktoren sind hierbei entscheidend:

  • Viruslast im Patientenblut
  • Übertragene Blutmenge in Abhängigkeit von Kanülengröße und Art der Verletzung
  • Immunstatus der Beschäftigten

Aus Daten, die nach Nadelstichverletzungen mit gesichert infektiösem Blut gesammelt wurden, errechnet sich folgendes Übertragungsrisiko:

HBV: Risiko ca. 30 % bis 40 % (bei fehlendem HBV-Impfschutz)
HCV: Risiko ca. 5 %
HIV:  Risiko kleiner 0,3 %