PB Raumbedarf einer Dialyseeinrichtung

  • Behandlungsraum für Hämodialyse (HD)
  • Räume zur Heimdialyseausbildung (Peritonealdialyse)
  • Räume für Patienten und Patientinnen mit Infektionskrankheiten
  • Räume für Patienten und Patientinnen
  • Personalräume
  • Betriebstechnik
  • Räume zur Ver- und Entsorgung
  • Sekretariat / Verwaltung

Pflegestützpunkt mit Sicht auf den Dialysebereich

1.  Behandlungsbereich Hämodialyse (HD)

Unabhängig von der Größe des Dialysezentrums ist eine ausreichende Fläche von 10 - 12 m2 pro Dialyseplatz zu berücksichtigen. Jeder Dialyseplatz sollte von drei Seiten ungehindert erreicht werden können und einen Abstand zum nächsten Dialyseplatz von mindestens 1,30 m aufweisen. Dies gewährleistet genügend Platz für den Patiententransfer (Krankentransport) und den Umgang mit den mobilen Dialysegeräten



Dialyseplätze der Hämodialyse




Weitere Räume, die für den Behandlungsbereich der Hämodialyse zu berücksichtigen sind

  • Patientenüberwachungsraum / Patientenüberwachungsbereich
  • Untersuchungsraum
  • reiner Arbeitsraum
  • Raum für patientennahe Sofortdiagnostik
  • Raum zur Vor-und Zubereitung von Speisen

2.  Behandlungsbereich Peritonealdialyse (PD)

  • Trainings- und Behandlungsraum
  • Nassarbeitsraum/Ausgussraum
  • Dienstraum

3. Behandlungsräume für Patienten und Patientinnen mit Infektionskrankheiten

Bei der Neuplanung einer Dialyseeinrichtung sind Behandlungsräume für infektiöse Patientinnen und Patienten einzuplanen.

Planungsbeispiel eines Dialysezentrums

Hepatitis-B-Virus (HBV) infektiöse Personen müssen, aufgrund des hohen Infektionsrisikos, räumlich und organisatorisch getrennt von anderen Patientinnen und Patienten behandelt werden.

Von chronisch mit HBV infizierten Dialysepatienten oder -patientinnen geht eine höhere Infektionsgefahr aus, als von zu behandelnden Personen mit HCV oder HIV. Dies begründet sich zum einen auf die 100 bis 1000fach höhere Viruslast und zum anderen durch die hohe Umweltresistenz des HBV Virus. Eingetrocknete, mit HBV Erregern behaftete Blutspritzer können noch nach einer Woche eine Infektion auslösen.

Hepatitis-C-Virus (HCV) infektiöse Patientinnen und Patienten müssen an für sie reservierten Maschinen behandelt werden, brauchen aber nicht räumlich oder zeitlich-organisatorisch von nicht infektiösen Patienten getrennt zu werden. Für zu Behandelnde mit dem HIV-Virus ist ebenso zu verfahren.

Auf die Empfehlungen der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Klinische Nephrologie wird verwiesen.


4.  Räume für Patienten

  • Wartezonen/Aufenthaltsraum
  • Patientenumkleideräume und Patientengarderobe
  • Barrierefreie Toiletten
  • Barrierefreie Toiletten für infektiöse Patientinnen und Patienten
  • Verteilerküche mit Vorratslager

5.  Personalräume

  • Umkleideräume für ärztliches und pflegerisches Personal
  • Aufenthaltsraum
  • Personaltoiletten

6.  Betriebstechnik

Die dialysespezifischen Installationen müssen unter besonderer Berücksichtigung der hygienischen Anforderungen durchgeführt werden. Für nachfolgend aufgeführte Einrichtungen sind entsprechende Funktionsflächen vorzuhalten:

  • Raum zur Wasseraufbereitung
  • Raum für zentrale Konzentratversorgung
  • Raum für Medizintechnik, in dem Klein- und Sofortreparaturen durchgeführt werden
  • gegebenenfalls Raum für Notstromaggregat
  • ggf. Raum für allgemeine Haustechnik

7. Räume zur Ver- und Entsorgung

  • Lagerräume für Sterilgut (Einwegmaterial)
  • Kleinmateriallager (zentral in der Dialyse)
  • Zentrales Wäschelager
  • Raum für Konzentrate und andere Flüssigkeiten
  • Abstellfläche für Geräte und Betten außerhalb der allgemeinen Behandlungs- und Verkehrsflächen
  • Abfallsammelstellen/Abfallsammelraum (je nach Entsorgungssystem)
  • unreiner Pflegearbeitsraum (Fäkalienspülraum/Entsorgungsraum)
  • Raum für Reinigungsutensilien/Putzmittelraum
  • Laborraum bzw. Laborarbeitsplatz
  • Verteilküche

8.  Verwaltungsbereich:

Versorgungsplatz

  • Büro
  • Arztdienstraum
  • Raum für die leitende Pflegekraft

Der auf Bild 16 als erhöhtes Podest ausgeführte Versorgungsplatz dient, neben der guten Einsehbarkeit aller Dialyseplätze, auch als zentraler Pflegearbeitsplatz. In der Rückwand sind Arbeitsplatten, Medikamentenkühlschrank und Apothekerschränke integriert, so dass über kurze Wege eine schnelle Patientenversorgung gewährleistet ist.

9. Raumbedarf Kinderdialyse

In einem Dialysezentrum mit Kinderdialyse besteht ein zusätzlicher Raumbedarf.

Zur Kinderdialyse gehören

  • ein Elternaufenthaltsraum
  • ein Besprechungsraum für z. B. Sozialarbeiter, Psychologen, Erzieher, Lehrer und Diätassistenten
  • ein Wickelraum für Säuglinge