PB Strahlenmedizin/Nuklearmedizin

Bei den zu beschreibenden Einheiten muss unterschieden werden zwischen der Strahlenmedizin (Linearbeschleuniger, After-loading Verfahren) und der Nuklearmedizin (Applizierung von radioaktiven Stoffen im menschlichen Körper).

Für Einrichtungen dieser Art müssen erhebliche Anstrengungen zur Abschirmung der Strahlen unternommen werden, um die Strahlenexposition der Bevölkerung und der Beschäftigten nicht unnötigerweise zu erhöhen.

Während bei der Strahlenmedizin keine besonders ausgeführten Umkleideräume, Toiletten oder Patientenzimmer benötigt werden, sind bei der Anwendung von radioaktiven Stoffen (Nukliden) im menschlichen Körper diese Räume in besonderer Ausführung zu erstellen, weshalb diese Bereiche getrennt beschrieben werden.

Generelle Anforderungen an Materialien, wie z. B. Beschaffenheit von Fußböden, Verglasungen, Beleuchtung und Lüftung finden sich in den Baulichen Anforderungen.

Ebenso finden Sie in dieser Broschüre Hinweise zur Gestaltung von Verkehrswegen, Sozial- und Umkleideräumen, sowie Lagerräumen. Diese werden im folgenden Abschnitt nur beschrieben, wenn besondere Anforderungen gegeben sind.

Die allgemeine Gestaltung und Anforderungen an Anmelde- und Wartebereiche, sowie unreine Pflegearbeitsräume werden im Menüpunkt "Zentrale Themen" beschrieben.

Elektrische Installationen sind gemäß DIN VDE 0100-710: 2012-10 "Errichten von Niederspannungsanlagen - Teil 7-710: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art - Medizinisch genutzte Bereiche", auszuführen.

Für die Belüftung ist die DIN 1946-4: 2018-06 "Raumlufttechnik - Teil 4: Raumlufttechnische Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens" zu beachten. Angaben zum Brandschutz in diesen Bereichen finden sich in DIN 25422: 2013-06 "Aufbewahrung und Lagerung radioaktiver Stoffe - Anforderungen an Aufbewahrungseinrichtungen und deren Aufstellungsräume zum Strahlen-, Brand- und Diebstahlschutz".

Die hier beschriebenen Räume werden in Kontroll- und Überwachungsbereiche unterschieden. Räume, in denen höhere Strahlungswerte vorkommen, werden gewöhnlich als "aktiv" oder "heiß" bezeichnet. Wegen der erforderlichen Strahlenschutzmaßnahmen gehen der bauliche und organisatorische Strahlenschutz teilweise ineinander über.

In diesen Arbeitsbereichen treten für die Beschäftigten folgende Belastungen auf:

  • Rückenbelastungen durch Lagern und Bewegen von Patienten,
  • Belastungen durch Handhabung von Bleiabschirmungen,
  • Infektionsgefährdungen,
  • Strahlenbelastungen, direkt und durch Inkoperation von Nukliden,
  • psychische Belastungen durch isolierte Arbeitsumgebung mit hohen Sicherheitsbestimmungen.