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Stand: 02/2019

PB Allgemein

Die Funktionsdiagnostik kann folgende Untersuchungsbereiche umfassen:

  • Untersuchungen des Herzens und des Kreislaufes mit/ durch:
    • EKG - Elektrokardiographie, elektrische Ableitung der Herzströme,
    • Belastungs-EKG - mit Hilfe eines Fahrradergometers,
    • Echokardiographie - Ultraschalluntersuchung des Herzens,
    • Herzkatheter - wird aber in speziellen Bereichen durchgeführt, da hier Bedingungen des ambulanten Operierens gegeben sein müssen.
  • Untersuchungen der Atemwege und Atemorgane mit/ durch:
    • Spirometrie - Lungenfunktionsprüfung,
    • Blutgasanalyse,
    • Bronchoskopie - endoskopische Untersuchung der Lunge (siehe Nummer 4.2).
  • Untersuchungen des Gehirns mit/durch:
    • EEG - Elektroenzephalographie, elektrische Ableitung der Hirnströme.
  • Untersuchungen des Körperinneren, nicht invasiv mit/ durch:
    • Sonografie - Ultraschalluntersuchung des Körperinneren z. B. des Magen-Darm-Traktes, in der Schwangerschaftsüberwachung.
  • Untersuchungen des Körperinneren, invasiv mit/durch:
    • Endoskopie - Spiegelung von Körperhöhlen und Hohlorganen mittels optischer Geräte (siehe Nummer 4.2).

Belastungen der Beschäftigten treten im Bereich der Funktionsdiagnostik insbesondere durch

  • Heben und Tragen,
  • ungünstige Körperhaltungen,
  • räumliche Enge

auf.

Zugehörige Bereiche und Funktionen

  1. Anmeldung,
  2. Untersuchungsräume,
  3. Wartezonen/-räume für Patienten (Warteplatz für stationäre und ambulante Patienten, sowie Bettenwarteplatz),
  4. Geräte- und Zubehörlager, gegebenenfalls mit Aufbereitungsraum,
  5. getrennte Toiletten für Patienten und Personal,
  6. Umkleideraum und Mitarbeiteraufenthaltsraum.
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Hinweise zur Gestaltung

1. Anmeldung

Der Anmeldebereich kann entweder für jeden Untersuchungsbereich einzeln oder aber als zentrale Anmeldung für die gesamte Funktionsdiagnostik ausgeführt werden. Einzelheiten zur Gestaltung der Anmeldebereiche siehe in Funktionsbereiche, im Menüpunkt "Zentrale Themen" unter "Aufnahme- bzw. Anmelde- und Wartebereich".

2. Untersuchungsraum

Zur Festlegung der erforderlichen Raumgrundfläche ist insbesondere die Geräteausstattung und die maximale Anzahl der für die Untersuchungen notwendigen Personen zugrunde zu legen. Weiter muss der Behandlungstisch allseitig zugänglich sein. Außerdem ist die Aufstellung eines Bettes an einer Längsseite (zum Horizontaltransfer von Patienten, gegebenenfalls unter Einsatz eines Lifters) zu berücksichtigen. Die Grundfläche ist so zu bemessen, dass sich das Personal ungehindert bewegen und Patienten auch in lebensbedrohlichen Notfällen versorgen kann (siehe Funktionsbereiche, Menüpunkt "Raumabmessungen, Stell- und Bewegungsflächen").


Die Breite der Zugangstüren ist für die Zugänglichkeit mit Betten festzulegen, dabei sind auch die Einfahrradien zu berücksichtigen.

Ein Handwaschplatz mit fließendem warmem und kaltem Wasser, Spendern für Hautreinigungsmittel und Einmalhandtücher ist pro Untersuchungsraum erforderlich. Die Handwaschbecken sind mit Armaturen auszustatten, welche ohne Handberührungen bedienbar sind. Geeignet sind zum Beispiel haushaltsübliche Einhebelmischbatterien mit verlängertem Hebel, die mit dem Handgelenk bedienbar sind, oder selbstschließende Waschtisch-Armaturen (Druckknopf ).

Die Fenster sollten so gestaltet sein, dass ein Sichtschutz von außen nach innen besteht, da die meisten Patienten sich partiell entkleiden müssen. Dies erfordert ebenfalls eine Möglichkeit der Belüftung, ohne die Fenster öffnen zu müssen. Da normalerweise für diese Bereiche keine Patientenumkleiden vorhanden sind, sollte auch noch ein Bereich zum Entkleiden (meist des Oberkörpers) für die Patienten berücksichtigt werden.

Die Verdunklung der Räume kann sowohl durch außen als auch durch innen angebrachte Jalousien erfolgen. Beide Arten haben Vor- und Nachteile. Bei Außenjalousien kann eine Wind- und Wetterabhängige Steuerung dazu führen, dass mitten in der Untersuchung die Jalousie hochfährt, dafür bietet sie aber auch einen guten Sonnenschutz. Innen angebrachte Jalousien sind wetterunabhängig, können aber in der Regel einer Aufheizung der Räume nicht entgegenwirken. Die Jalousien sollen elektrisch bedienbar sein, wobei der Bedienschalter entweder in der Lichtschalterleiste oder am Untersuchungstisch angebracht werden sollte. Zusätzlich können die Jalousien auch mittels Fernbedienung bedient werden.

Die Raumtemperatur in Behandlungsräumen, in denen Patientinnen und Patienten meist leicht bekleidet sind, soll zwischen 22 °C und 26 °C betragen. In Räumen die nur von Personal benutzt werden, ist nach den Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A3.5 "Raumtemperatur" eine Mindesttemperatur von 19 °C ausreichend. Die Raumtemperatur soll 26 °C nicht überschreiten.

Bei der Elektroinstallation ist die DIN VDE 0100-710: 2012-10 "Errichten von Niederspannungsanlagen Teil 7 - 710: Anforderungen für Betriebsstätten, Räume und Anlagen besonderer Art - Medizinisch genutzte Bereiche", zu berücksichtigen.

3. Geräte- und Zubehörlager

Die Lagerung der benötigen Geräte und des Zubehörs sollte sich möglichst nahe beim Untersuchungsraum befinden, um die Wege für das Personal kurz zu halten. Sollte Gebrauchsmaterial wie z. B. Mundstücke des Spirometers im Bereich aufbereitet werden, so muss dafür ein geeigneter Raum zur Verfügung stehen.

4. Wartezone/-räume für Patienten

Die Wartezone sollte groß genug sein, um Patienten und deren Begleitpersonen aufzunehmen und vom Anmeldungsbereich eingesehen werden können. Eine Toilette sollte von hier aus leicht zu erreichen sein (siehe Funktionsbereiche, Menüpunkt "Aufnahme- bzw. Anmelde- und Wartebereich").

5. Personaltoiletten

Für Patienten und Personal müssen getrennte Toiletten zur Verfügung stehen. Siehe hierzu Funktionsbereiche, im Menüpunkt "Personaltoiletten".

6. Umkleideraum und Mitarbeiteraufenthaltsraum

Siehe hierzu Funktionsbereiche, im Menüpunkt "Pausen-, Sanitär- und Bereitschaftsräum".