Stand: 05/2014

V Handlungsfelder

Nachfolgend sind einige allgemeingültige Möglichkeiten genannt, psychische Belastungen zu reduzieren. Grundsätzlich sollten sich die Maßnahmen an der konkreten betrieblichen Belastungssituation orientieren, die sich aus der vorhergehenden Analyse ergeben hat.

Ein Beispiel für eine mögliche Maßnahme ist die Arbeitszeitgestaltung. Steigen Arbeitspensum und Zeitdruck an, kann teilweise durch eine flexible Arbeitsgestaltung psychischen Beanspruchungen entgegengewirkt werden. Ermöglichen Sie Ihrem Personal, Arbeitszeit und Ort flexibel zu gestalten, um Familie und Beruf besser zu vereinbaren. Dadurch vergrößert sich der Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum Ihrer Mitarbeiter. Sie sollten Ihre Mitarbeiter bei der Planung von Arbeitsabläufen einbeziehen, da diese in der Regel sehr gut abschätzen können, welche Prozesse sich realisieren lassen oder ob Anschaffungen von Nutzen sind.

Eine weitere Säule, die psychische Gesundheit zu fördern, ist das Führungsverhalten. Zeigt sich die Führungskraft offen gegenüber den Anliegen der Mitarbeiter, signalisiert sie Hilfsbereitschaft bei Konflikten und fördert sie aktiv eine Arbeitsatmosphäre, in der sich der Mitarbeiter von Kollegen und Führungskraft unterstützt fühlt, trägt dies maßgeblich zur Reduzierung von psychischer Beanspruchung bei. Dies äußert sich in einem angenehmen Arbeitsklima, gegenseitiger Hilfestellung und in einem allgemein anerkennenden und wertschätzenden Umgang der Beschäftigten miteinander selbst bei hoher Arbeitslast.

Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz wird auch von der Tätigkeit selbst und den individuellen Qualifikationen des Beschäftigten beeinflusst. Sowohl Überlastung als auch Unterforderung führen zu psychischer Beanspruchung. Eine zielgerichtete und an den Mitarbeiter angepasste anforderungsgerechte Qualifizierung kann dem entgegenwirken.

Ein weiteres Handlungsfeld stellen Extrembelastungen wie traumatische Erlebnisse, Mobbing oder sexuelle Belästigung dar, die einen besonders sensiblen Umgang erfordern und einen klar abgesteckten Handlungsrahmen benötigen. Neben den erforderlichen Präventionsmaßnahmen sollten Führungskräfte wie auch Beschäftigte wissen, wo sie im Ernstfall Ansprechpartner und Hilfe finden.

Besonders bei möglichen Extrembelastungen sollte die Förderung der psychischen Gesundheit insgesamt auf einer strukturierten Vorgehensweise und einem Konzept beruhen.

Erfassen Sie in dem Konzept die betriebsspezifischen Handlungsfelder und regeln Sie die Verantwortlichkeiten und Befugnisse klar und verbindlich. Dies kann beispielsweise über Leitlinien, Betriebs- und Dienstvereinbarungen sowie Zielvereinbarungen erfolgen. Gleichzeitig sollten auch die daraus resultierenden Maßnahmen konkret formuliert und themenbezogen zugeschnitten werden. Beispiele sind Notfallpläne, Handlungshilfen, themenbezogene Gesprächsleitfäden zu Mobbing, Gewalt, Deeskalation.